Warndienst 28 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 09.10.2026
Herbizide Getreide:
Der gefallene Niederschlag (überwiegend ca. 10 mm) bringt zwar etwas Entspannung, reichen aber für eine gute Herbizidwirkung der Bodenwirkstoffe nur bedingt aus. Da aber für die nächste Woche kein weiterer Niederschlag gemeldet ist, sollte insbesondere auf Flächen mit hohen Gräserdruck und in der Wintergerste, in der kaum Alternativen vorhanden sind, zeitnah eine Anwendung erfolgen (sofern der Wind es erlaubt). Bei klutigen, rauen Bodenoberflächen mit hohen Ernterückständen ist eher ein Schieben der Herbizidmaßnahme sinnvoll. Empfehlungen siehe Warndienst 27.
Winterraps:
Der Raps ist vielfach das Sorgenkind auf den Betrieben. Die Trockenheit und teilweise auch Herbizidrückstände aus der Vorfrucht haben den Wuchs stark ausgebremst. Kam dann auch noch eine starker Erdflohdruck dazu, bedeutet das für so manchen Rapsschlag den Umbruch. Der Zuflug war regional stark unterschiedlich und nahm ab Mitte September zu. Die Pyrethroidwirkung währte aufgrund der sehr hohen Temperaturen nur kurz, inwiefern auch der NOK von der Pyrethroidresistenz beim Erdfloh betroffen ist, ist schwer einzuschätzen. Daher sende ich gerne Resistenzproben ein, melden Sie sich gerne.
Ab sofort sollte in den Gelbschalen auch auf den Schwarzen Kohltriebrüssler zu achten. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 10 Käfer pro Gelbschale. Optisch ähnelt der Käfer den aus dem Frühjahr bekannten Rüsslerarten. Bei Befall kann ein zugelassenes Pyrethroid eingesetzt werden.
Es gibt aber auch schöne Bestände, bei denen eine Wuchsregulierung ansteht. Hier rate ich aber zu angepassten moderaten Aufwandmengen, da die Bodenfeuchtebedingungen weiterhin kritisch sind. Fragen Sie gerne Beratung an.
Gez. Nina Waldorf
Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - Fachdienst Landwirtschaft -Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen Tel.: 06281/5212-1604 oder 0151 64545220
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