Warndienst 22 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 19.08.2026
Zuckerrüben:
Die längeren Phasen mit Blattnässe lassen den Infektionsdruck an Cercospora steigen. Allerdings steigt auch die Schadschwelle auf 45% befallener Blätter. Kontrollieren Sie ihre Bestände Die Behandlungsnotwendigkeit hängt auch vom geplanten Rodetermin ab, späte Behandlungen sind oft nur bei späten Rodeterminen sinnvoll. Beachten Sie die Wartezeit der Fungizide.
Raps: Aussaat-Situation Erdfloh:
Derzeit stellt sich die Frage nach der Rapsaussaat und dem richtigen Timing. Ziel muss eine sichere und möglichst schnelle Bestandesetablierung sein. Hintergrund ist die auch bei uns zunehmende Resistenzentwicklung beim Rapserdfloh, d.h. dass die Pyrethroide wie z.B. Karate o.ä. kein Wirkung mehr haben. Zwar sind die von uns eingesendeten Proben noch auf einem geringen-mittleren Resistenzniveau, aber leider ist zu erwarten, daß die Resistenz sich schnell ausbreiten wird. Wir sollten daher den Raps „befähigen“ dem frühen Erdflohbefall und dem verursachten Lochfraß davon zu wachsen. Ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett verhindert zudem das die Erdflöhe Rückzugsquartiere unter den Kluten finden. Zudem müssen ausreichend Nährstoffe, insbesondere Stickstoff zur Verfügung stehen. Dabei ist zu überlegen, ob es nicht zielführender ist, die N-Menge im Herbst aufzuteilen und nicht alles zur Saat zu düngen. N-Gaben sind bis Ende September möglich.
Kontrollieren Sie die Befallssituation intensiv. Bei starkem Befallsdruck ist dies für die Terminierung einer möglichen Bekämpfung der Larven im Spätherbst wichtig. Beachten Sie, dass hierzu die Gelbschalen möglichst in der Nähe von Hecken/Waldrändern positioniert werden sollten und in den Boden eingegraben (ca.1/3) werden müssen. Rapserdflöhe reagieren nämlich nicht auf Gelb und würden sonst nur zufällig in den Gelbschale springen.
Gerne schicken wir auch dieses Jahr wieder Erdflöhe zu Resistenzuntersuchung ein. Bitte melden Sie sich bei auftretenden Problemen!
Hinsichtlich des konkreten Saattermins sind Aussagen schwierig. Die Niederschläge bisher sind überwiegend leider sehr knapp ausgefallen. In den ausgetrockneten Böden muss erstmal der Totwasserbedarf gedeckt werden. Saattermine bis Anfang/Mitte September (je nach Region) bei dann hoffentlich besseren Bodenfeuchtbedingungen sind problemlos möglich. Bedenken Sie auch, dass aufgrund der Trockenheit der Raps durch Rückstände von Sulfonylharnstoffen (z.b. Omnera, Pointer, aber auch hohe Mengen Atlantis flex, o,ä….), die in der Vorfrucht eingesetzt wurden, beeinträchtigt werden könnte. Hierzu kann auch ein Kressetest angelegt werden.
Fragen Sie gerne Beratung an
Gez. Nina Waldorf
Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - Fachdienst Landwirtschaft -Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen Tel.: 06281/5212-1604 oder 0151 64545220
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