Warndienst 17 vom 29.05.2026

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Warndienst 17 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 29.05.2026

 

Winterweizen/Dinkel:

Teilweise wird der Winterweizen zeitgleich mit den gemeldeten Niederschlägen am Wochenende in die Blüte kommen. Kontrollieren Sie ihre Bestände. Besonders für Fusarium-Infektionen gefährdet sind Schläge nach Mais bei nichtwendender Bodenbearbeitung. Eine Bekämpfung der Infektion muss zeitnah zum Regenereignis durchgeführt werden. Als geeignete Mittel bieten sich u.a. „Navura“ „Prosaro“ oder Mischungen aus Prothioconazol + Tebuconazol an.

Bleibt es hingegen trocken oder der Weizen ist mit der Blüte schon durch, ist die Gefahr von Fusarium-Infektionen gering. Sofern in diesen Fällen die Aufwandmenge im Fahnenblattstadium reduziert wurde, kann ggf. ein Mittel zur Verlängerung der Braunrostwirkung wie z.B. tebuconazolhaltige Mittel eingesetzt werden.


Schädlinge: derzeit findet man sowohl Läuse als auch Getreidehähnchen in den Beständen. Beim Getreidehähnchen liegt der Bekämpfungsrichtwert bei 1 Larve/Fahnenblatt oder 20% geschädigte Blattfläche. Dieser wird aktuell nicht erreicht. Unnötige Behandlungen gegen die Getreidehähnchen führen häufig zu einem nachfolgend deutlich stärkeren Befall an Läusen, da mit der Behandlung auch die Nützlingspopulation reduziert wird. In Schutzgebieten ist eine Bekämpfung nur nach Rücksprache mit der amtlichen Beratung möglich. Auch bei den Blattläusen wird der Bekämpfungsrichtwert von 80 % besiedelter Ähren zur Beginn der Blüte nicht erreicht.

Fordern Sie gerne Beratung an.

 

Sommergerste:

Sobald die Grannen geschoben werden, kann die Abschlussbehandlung durchgeführt werden. Diese sollten vor den angekündigen Wetterumschwung durchgeführt werden.

Folpan als Hauptwirkstoff gegen Ramularia sollte gesetzt sein. Auf den flachgründigen Standorten, auf denen bereits Trockenschäden sichtbar sind, kann die Aufwandmenge reduziert werden.

 

Erbse:

In unserer Falle wurde der Bekämpfungsrichtwert beim Erbsenwickler überschritten. Zugelassen zur Bekämpfung wäre Pyrethroide wie z.B. Karate Zeon. Aufgrund der Temperaturen ist aber die Wirkungsdauer auf wenige Stunden (!) begrenzt, so daß ein Einsatz erst bei gemässigteren Temperaturen sinnvoll ist. Bei eigner Verfütterung wirkt sich der Schaden ertraglich weniger aus, bei Verkaufsware ist die erheblicher.

  

Zuckerrübe:

Im Neckar-Odenwald-Kreis ist ab heute die Anwendung gegen die Schilfglasflügelzikade gemäß Notfallzulassung in den wärmeren Gebieten freigegeben. Unsere Klebetafel in Billigheim zeigte am Dienstag die ersten Zuflüge, die sich gestern nochmals gesteigert haben. In Höpfingen wurde gestern erst eine Zikade gefangen. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen und der damit sehr geringen Wirkungsdauer der Pyrethroide raten wir in den wärmeren Gebieten zu Behandlungen Anfang nächster Woche bei besseren Wirkungsgraden. In den kühleren Gebieten rund um Walldürn sollten die Fangzahlen nächste Woche abgewartet werden, ob auch hier ein stärkerer Zuflug einsetzt.

Bitte beachten Sie den gesonderten Warndienst zur SGFZ

 

 

Termine:

Die Versuchsfeldführungen auf dem Versuchsfeld in Boxberg-Schwabhausen finden statt am:

·        Dienstag, 16.Juni       18:30 Uhr

·        Donnerstag, 18. Juni  18:30 Uhr

·        Freitag, 19. Juni         13:30 Uhr

 

 

Gez. Nina Waldorf

Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - Fachdienst Landwirtschaft -Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen      Tel.: 06281/5212-1604 oder 0151 64545220 

E-Mail: Nina.Waldorf@neckar-odenwald-kreis.de