Warndienst 15 vom 13.05.2026

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Warndienst 15 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 13.05.2026

 

Winterweizen/Dinkel:

Frühe Sorten beginnen teilweise schon mit dem Ährenschieben, in späteren Beständen spitzt das Fahnenblatt. Durch die gefallenen Niederschläge hat sich das Infektionsrisiko erhöht, insbesondere muss auf Gelbrost geachtet werden. Verlassen sie sich dabei nicht auf eine gute Gelbrosteinfufung ihrer Sorte, aus den früherern Gebieten wird gemeldet, daß auch gut eingestufte Sorten Infektionen zeigen. Die für Septoria-Infektionen erforderliche lange Blattnässedauer ist zwar überwiegend erreicht worden, allerdings war es auch teilweise sehr kalt. Daher wird auch aufgrund der langen Inkubationszeit, die Septoria keine große ertragsrelevante Bedeutung erlangen.

Mit Erscheinen des letzten Blattes gilt es diese lange gesund zu erhalten, d.h. für viele Bestände kann für nächste Woche eine Maßnahme überlegenswert sein. Die Strategie richtet sich nach Sorte, Vorfrucht und Ertragserwartung. In vielen Fällen wird in gesunden Sorten und ohne Fusariumrisiko die klassische Einmalbehandlung ab Fahnenblattstadium die wirtschaftlichste Lösung sein.

 

Beispiele für Fungizidlösungen in Winterweizen/Dinkel:

Situation Empfehlung  Bemerkung
Gesunde Bestände ohne Fusarium-Risiko 0,8 l Folicur1)  + 150-200 g Prothioconazol + 0,6 Azoxystrobin (150 g) z.B. für schwächere Dinkel-Standorte. Rostdauer-wirkung durch Strobilurin
Bessere Standorte ohne Fusarium-Risiko 1,2-1,5 l  Ascra Xpro

1,2-1,5 l Revytrex2)

1,5 Univoq + 0,3 Regoral

0,8 -1,0 l Elatus Era

1,5-2,0 l Vastimo2)
Leistungsstarke Mischungen mit guter Dauerwirkung
Fusarium-Risiko z.B. nach Vorfrucht Mais Vorlage mit ca. 80% Aufwandmenge+ Blütenspritzung mit Folicur/Prosaro/Navura

1) Oder anderes Tebuconazol-haltige Produkt

2) ohne prothioconazol à Resistenzmanagement, falls schon Vorlage mit Prothioconazol

 

Das Getreidehähnchen spielt derzeit keine Rolle, daher darf in den Schutzgebieten kein Insektizid routinemäßig zugemischt werden. Sollte der Befall wider Erwarten über der Schadschwelle von 20% geschädigte Blattfläche auf den obersten drei Blättern liegen, halten Sie bitte Rücksprache mit uns.

 

Denken Sie auch an die vorgeschriebenen Spritzfenster in den Schutzgebieten. Auch außerhalb dieser Gebiete sind Spritzfenster äußerst informativ zur fachlichen Beurteilung Ihrer Pflanzenschutzmaßnahme!

 

 

Herbizide Mais

die Unkräuter werden durch die Bodenfeuchte jetzt zügig auflaufen. Nutzen Sie daher die guten Bodenfeuchte-Bedingungen nächste Woche für den Herbizideinsatz. Achten Sie aber wegen der Kulturverträglichkeit auf eine gute Wachsschicht beim Mais. Distelnester sollten vor der eigentlichen Herbizidanwendung behandelt werden, damit genügend Wirkstoff aufgenommen werden kann. Empfehlungen: siehe letzter Warndienst 

 

Zuckerrübe:

Nutzen Sie die Bodenfeuchte zur Ausbringung der dritten NAK.

Die Bekämpfungsrichtwerte bei den Läusen wurde auf unseren Monitoringschlägen bisher noch nicht überschritten. Diese liegen bei der grünen Pfirsichblattlaus bei 10% und bei der schwarzen Bohnenlaus bei 30% befallener Pflanzen. Kontrollieren Sie aber ihre Bestände. Bei Überschreiten der Schadschwelle sind bei steigenden Temperaturen 0,3 kg/ha Pirimor G oder ab 6-Blattstadium 0,14 kg/ha Teppiki möglich. Zikaden wurden noch nicht gefangen.

 

 

Körnererbse: 

Kontrollieren Sie ihre Flächen auf Blattlausbefall. Diese sitzen verdeckt in den eingerollten Blättern und Blütenknospen. Falls der Bekämpfungsrichtwert von (5-)10% befallener Pflanzen überschritten wird, kann das Produkt Teppeki (140 g/ha) eingesetzt werden. 

 

 

 

 

Gez. Nina Waldorf

Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - Fachdienst Landwirtschaft -Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen           Tel.: 06281/5212-1604 oder 0151 64545220 

E-Mail: Nina.Waldorf@neckar-odenwald-kreis.de