Warndienst 14 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 08.05.2026
Späte Nmin-Probe Mais in Problemgebieten
Denken Sie an das Ziehen von Nmin-Proben im 4-6 Blattstadium im Mais, die in den Wasserschutz-Problemgebieten Pflicht ist.
Wintergerste:
Falls noch nicht geschehen, sollte nun nach den ersehnten Niederschlägen die Abschlußbehandlung -wie im letzen Warndienst beschrieben - gefahren werden.
Winterweizen/Dinkel:
Der Weizen befindet sich zwischen EC 33 bis Spitzen Fahnenblatt. Aufgrund des geringen/nicht vorhandenen Ausgangsbefalls sollten Behandlungen frühestens auf das entwickelte Fahnenblatt appliziert werden. Empfehlungen im nächsten Warndienst.
Herbizide Mais
Der gefallene Niederschlag wird nun zu einem Wachstumsschub bei Mais führen. Einige Bestände nähern sich dem 2-3 Blattstadium, in dem die Herbizidverträglichkeit am höchsten ist, so daß sich Behandlungsfenster genutzt werden können. Achten Sie aber auf eine ausreichende Wachsschicht.
Bereits letztes Jahr waren die Produkte Merlin Flexx und Dragster verfügbar. Merlin Flexx ist mit dem Wirkstoff Isoxaflutol überwiegend bodenwirksam und muss bis spätestens 3-Blattstadium bei feuchten Bedingungen ausgebracht werden. Die Verträglichkeit soll durch den Einbau eines Safeners gewährleistet werden. Dragster enthält den aus dem Cato bekannten gräsewirksamen Wirkstoff Rimsulfuron und Thifensulfuron (aus Harmony SX à Ampferwirkung) und wird mit dem Formulierungshilfstoff Vivolt vermarktet. Cabadex ist eine Mischung aus Florasulam („Primus“) und Mesotrione und wird z.b. im Dragster Cabadex Pack vermarktet.
Beim Wirkstoff Tritosulfuron (Arrat, Biathlon) ist die Zulassung ausgelaufen. Flufenacet („Aspekt“) muss dieses Jahr aufgebraucht werden.
Falls für die Ackerfuchsschwanzwirkung nicht auf Sulfonylharnstoffe verzichtet werden kann, sind neben dem Wirkstoff Nicosulfuron, der in zahlreichen Generikas (z.B. Primero, Nicogan,….) enthalten ist auch die Wirkstoffe Rimsulfuron (Cato, Dragster,…) und Foramsulfuron (MaisTer Power) möglich. Beachten Sie aber die Einsatzbedingungen. Insbesondere ist eine hohe Luftfeuchte unabdingbar für den Wirkungserfolg. Geringe Tag-/Nachttemperaturschwankungen und hohe Nachttemperaturen sorgen für eine gute Verträglichkeit.
Verschiedene Hirse-Arten nehmen an Bedeutung zu. Um diese sicher zu erfassen, sind Bodenpartner nötig. Hier können neben Spectrum auch Merlin Flexx (bis 3-Blatt) oder Sucessor 600 eingesetzt werden.
Schwerpunkt-Empfehlungen 2026
| Grundmischung | + Hirse-Dauerwirkung | |
| Frühe Einsätze bis 3-Blattstadium |
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| 1,25 +0,25 MaisTer Power Flexx | Zulassung nur EC12-13 | |
| 2,0 l Laudis + 0,5 l Callisto/Daneva + 0,8 Spectrum | Früher Einsatz bis 3-Blattstadium Sehr gute Hirsewirkung. Fuchsschwanz befriedigend als Alternative bei Resistenzen | |
| Einsatz ab (3-) 4 Blatt |
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0,8-1,0 l nicosulfuron-haltiges Mittel + 0,8 Daneva/Callisto + 20 g Peak Entspricht: 1,25 l Elumis + 20 g Peak (Elumis P Pack) |
(+ 1,0 l Spectrum) |
Preiswerte Mischung für Standorte ohne Hirse und größerem Unkrautdruck.
32-40 g Nicosulfuron (à blattaktive Gräserkomponente) + 80-88 g Mesotrione + 15-20 g Prosulfuron (à Knöterich!) |
| (1,25-) 1,5 l MaisTer Power | Sehr gute Breitenwirkung inkl. Storchschnabel und Gräser. Auch bei trockenen Bedingungen | |
| 135 g + 0,4 l Vivolt+ 0,3 l Cabadex (Dragster Plus Pack) | Breite Wirkung inkl. Ampfer, hoch aufgeladen in der Gräserwirkung | |
| 0,4 l Diniro/Spandis + 1,2 l Adigor | Preiswerte Mischung mit guter Knöterichwirkung. Teilwirkung Winde über Dicamba-Anteil |
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Behandlungen gegen die Ackerwinde können ab 20 cm Trieblänge mit dem Wirkstoff Dicamba (Mais Banvel) erfolgen. Gegen die Distel ist der Wirkstoff Clopyralid („Effigo“) möglich.
Beachten Sie auch die Auflagen:
· nicosulfuronhaltige Mittel dürfen nur alle zwei Jahre auf der gleichen Fläche ausgebracht werden (d.h. bei Mais nach Mais muss auf Maister ausgewichen werden)
· Terbuthylazin ist in Wasserschutzgebieten (auch in ogl-Gebieten!) verboten und auf allen anderen Flächen aufgrund der Versickerungsgefahr nicht gewünscht. Zudem darf auf derselben Fläche innerhalb von drei Jahren Terbuthylazin nur einmal mit max. 850 g Wirkstoff/ha eingesetzt werden.
Zuckerrübe:
Die Herbizidanwendungen haben nicht überall gut gewirkt. Nutzen Sie die guten Bodenfeuchtebedingungen und verkürzen Sie bei Bedarf den Spritzintervall.
Blattläuse sind derzeit kaum zu finden und unterhalb des Bekämpfungsrichtwertes.
Das Monitoring zur Schlilfglasflügelzikade startet nächste Woche. Das Vorgehen wird wie im letzten Jahr ablaufen. Wir halten sie aktuell informiert.
Gez. Nina Waldorf
Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - Fachdienst Landwirtschaft -Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen Tel.: 06281/5212-1604 oder 0151 64545220
E-Mail: Nina.Waldorf@neckar-odenwald-kreis.de