Warndienst 13 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 30.04.2026
Wintergerste:
In frühen Lagen ist das Fahnenblatt voll entfaltet, spätere Lagen werden zügig aufholen. Krankheiten sind weiterhin nicht zu finden. Hauptaugenmerk gilt jetzt der Ramularia als Hauptkrankheit in der Gerste. Ramularia tritt auf, wenn eine hohe Globalstrahlung auf durch Regenereignisse verursachte dünne Wachsschichten trifft. Der Kontraktwirkstoff Folpet (Mittel: Folpan, u.a.) ist hier am stärksten einzuschätzen. Aufgrund der Trockenheit und den nicht vorhanden Infektionsherde können Fungizidmaßnahmen noch geschoben werden und sollten erst nach Niederschlägen erfolgen. Da auch die Grannen zur Assimilationsleistung beitragen sind Behandlungen, die auch die Grannen treffen von Vorteil.
Beispiele für „Premium-Mischungen“ auf Standorten mit hoher Ertragserwartung:
· 1,25 -1,5 Revytrex* + 1,5 l Folpan
· 1,0 – 1,2 Ascra XPro + 1,5 l Folpan
· 1,0 l Elatus Era + 1,5 l Amistar Max
Beispiele für preisgünstigere Varianten bei begrenzter Ertragserwartung:
· 1,5 l Delararo Forte + 1,5 l Folpan
· 1,0 l Balaya* + 1,5 l Folpan
· 150 g Prothioconazol +1,5 l Folpan (+ 150 g Azoxystrobin)
* ohne Prothioconazol à zu bevorzugen, falls schon prothioconzalhaltige Vorlage
Wachstumsreglermaßnahmen sind bis zum Grannenspitzen möglich. Ethephon-haltige Wachstumsregler wie z.B. Cerone oder Camposan Top benötigen Tagestemperaturen > 14°C und warme Nächte. Keine Behandlungen in Stresssituationen!
Sollten noch Nachbehandlungen gegen Distel oder Klettenlabkraut nötig sein, müssen diese bis BBCH 37/39 abgeschlossen werden. Vom Dreier-Mischungen (Fungizid-Herbizid-Wachstumsregler) raten wir ab. Fragen Sie gerne Beratung an.
Winterweizen/Dinkel:
Im südlichen Kreisgebiet sind erste Gelbrostnester gefunden worden, diese betreffen aber nur die Sorte Pondor trotz guter Sorteneinstufung. Kontrollieren Sie aber ihre Bestände, außer Gelbrost sind andere Krankheiten derzeit bedeutungslos. Weit häufiger sind momentan Stressflecken zu beobachten, v.a. Chevignon scheint stärker betroffen. Diese können leicht mit pilzlichen Errregern insbesondere DTR verwechselt werden.
Zuckerrübe:
Die Situation ist unverändert zum letzten Warndienst. Schädlinge wie Erdflöhe und Blattläuse konnten auf unseren Kontrollflächen noch nicht im bekämpfungswürdigen Umfang beobachtet werden. Fordern sie gerne Beratung an.
Mais:
Die Herbizidempfehlungen folgen nächste Woche. Vorauflaufanwendungen machen derzeit keinen Sinn.
Termine:
Am Mittwoch, 06.05.26 um 14 Uhr laden wir zu einer Informationsveranstaltung zum artenreichen Grünland und FFH-Mähwiesen ein. Neben den Merkmalen von artenreichen Grünland, dem Erkennen und Erhalten werden auch die Fördermöglichkeiten über Ökoregelung und FAKT angesprochen. Weitere Informationen finden sie im beigefügten Dokument
Felderbegehung:
· Montag, 04.05.2026 14 Uhr
Osterburken, PR-Parkplatz
· Dienstag, 05.05.2026 14 Uhr
Billigheim-Sulzbach https://maps.app.goo.gl/WkJyb2dGUbdt5uAC8
Gez. Nina Waldorf
Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - Fachdienst Landwirtschaft -Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen Tel.: 06281/5212-1604 oder 0151 64545220
E-Mail: Nina.Waldorf@neckar-odenwald-kreis.de