Raps:
Der Raps wird mit den angekündigten warmen Temperaturen nächste Woche zügig weiterwachsen. Die ersten Vorblüher sind schon in den Beständen zu finden, aber auch die späteren Lagen werden zügig folgen. Sobald mehr als 10% des Bestandes blüht, kann der Befall mit Rapsglanzkäfern vernachlässigt werden. Es geht dann kaum noch eine Schadwirkung von ihm aus.
Kontrollieren sie aber in sehr späten Beständen Anfang der Woche die Knospen durch das Abkopfen der Haupttriebe ab der Mittagszeit. An warmen sonnigen und windstillen Tage ab ca. 16°C Tagestermperatur kann der Glanzkäfer wieder aktiv werden. Wir gehen aber eher nicht von einem relevanten Zuflug oberhalb der Bekämpfungsschwelle von 10 Käfern/Haupttrieb aus. In schwachen Beständen halbiert sich der Wert auf 5 Käfern/Haupttrieb.
Von Fungizideinsätzen raten wir derzeit ab. Die kühle Witterung hat zu einem verzögerten Wachstum geführt, die Stengel sind stabil, daher die Standfestigkeit gut. Die vereinzelt auftretenden Frostrisse können vernachlässigt werden. Diese verkorken recht schnell und stellen keine große Gefahr als Eintrittspforte für Krankheitserreger dar.
Getreide:
Die Bestände präsentieren sich weiterhin sehr unterschiedlich. Frühe Weizen-Bestände erreichen das Bestockungsende während verzögerte Bestände erst mitten in der Bestockung sind. Auf kalten Böden und/oder späterer Saat tun sich die Bestände schwer, dürfen dann aber mit Ansteigen der Temperaturen im Wachstum zulegen. In diesen zögerlichen Beständen kann jetzt nach Ende der Nachtfröste auch über einen Walzgang nachgedacht werden.
Krankheiten spielen derzeit keine Rolle.
Wintergerste befindet sich zwischen Bestockungsende und in frühen Lagen bis EC 31.
Gerade in der Wintergerste können Ende nächster Woche Wachstumsregler-Maßnahmen sinnvoll sein. Gute Einsatztermin liegen zwischen EC 31 und EC 31, bei warmer strahlungsreicher Witterung. Pauschalempfehlungen sind aufgrund der Heterogenität der Verhältnisse (Bodengüte, Sorte, Feuchtigkeitsverhältnisse, Düngungsniveau,…) nicht möglich. Fragen sie gerne Beratung nach!
Fungizidzumischungen sind überwiegend nicht nötig, der Infektionsdruck ist niedrig (erst zu trocken und dann zu kalt). Kontrollieren Sie aber anfällige Sorten (z.B. KWS Sommerset) auf Mehltau.
Zuckerrübe:
In früh gesäten Beständen können die guten Bedingungen nächste Woche für die erste NAK genutzt werden. Schneckenbefall wurde noch nicht beobachtet, legen Sie aber sicherheitshalber auf ihren Flächen einen Schneckentest an.
Gez. Nina Waldorf
Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - Fachdienst Landwirtschaft -Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen Tel.: 06281/5212-1604 oder 0151 64545220
E-Mail: Nina.Waldorf@neckar-odenwald-kreis.de