Warndienst 19 vom 30.07.2021

Warndienst 19 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 30.07.2021

Wir informieren Sie über die Gräserbekämpfung, Windenbekämpfung auf der Stoppel, Raps und Zuckerrüben

Windenbekämpfung auf der Stoppel:

Nutzen Sie nochmals die Möglichkeit, Wurzelunkräuter auf der Stoppel zu bekämpfen. Insbesondere bei der Ackerwinde und auch der Distel sind Anwendungen auf der Stoppel effizienter als in der Spätanwendung im stehenden Bestand.

Bei ausreichender grüner Blattmasse (Trieblänge mind. 25 cm) ist die Anwendung von Kyleo zu empfehlen. Kyleo ist eine Mischung aus Wuchsstoff und Glyphosat und damit sehr breit in der Wirkung. Eine nachfolgende Bodenbearbeitung sollte erst nach ausreichender Einwirkzeit zur Verlagerung des Wirkstoffs in die Rhizome stattfinden. Hierzu müssen die Blätter braun und abgestorben sein, i.d.R. ist dies frühestens nach 3-4 Wochen der Fall. Beachten Sie, dass der Einsatz auf drainierten Flächen verboten ist und auch kein Rapsnachbau. Alternativ ist bei Ackerwinde die Anwendung von Starane XL möglich.

Pflanzenschutzmitteleinsätze sind vor ÖVF-Zwischenfrüchten nicht erlaubt.

Gräserbekämpfung

Bei der Gräserbekämpfung sind die chemischen Mittel oft ausgeschöpft. Es müssen alle Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes ergriffen werden, um v.a. den Ackerfuchsschwanz in Schach zu halten.

Dieses Jahr ist zu vermuten, dass die primäre Keimruhe des Fuchsschwanz recht kurz ist. Dies bedeutet, dass ausgefallene Samen zügig keimen. Die dazu benötigte Feuchtigkeit ist derzeit auch vorhanden. Absolut zu vermeiden ist aber das zu tiefe Vergraben der Ausfallsamen. Dies führt zur sekundären Keimruhe, d.h. die Samen keimen erst später und reichern sich im Bodensamenvorrat an. Optimal wäre der (mehrfache) Einsatz eines Striegels. Hier entfällt die Gefahr, dass die Bearbeitung zu tief erfolgt. Bei ausreichender Feuchte genügt der Lichtreiz und der Fuchsschwanz keimt. Hierbei sind mehrere Auflaufwellen zu erwarten. Erst danach kann auch zur verbesserten Strohrotte eine tiefere Bearbeitung erfolgen, mit dem Ziel Samen aus dem Bodenvorrat zum Auflaufen zu bringen.

Raps:

In der Praxis enttäuschen viele Rapsflächen in den Erträgen. Auch in Beständen mit Blütenbehandlung sind die Erträge oft nicht befriedigend und man findet viele verbräunte Stoppel. Mit der Blütenbehandlung kann zwar das Risiko von Sklerotinia-Infektionen verringert werden. Die eingesetzten Fungizide haben aber nur eine begrenzte Wirkungsdauer. Neben Sklerotinia sind aber auch vermehrt Infektionen mit Verticillium zu bonitieren. Auch diese Krankheit ist eine Fruchtfolgekrankheit, die über einen Bodenpilz übertragen wird. Die Unterscheidung zu Sklerotinia ist über die Rapsstoppel möglich. Bei Sklerotinia sind die typischen braunen Sklerotien („Mäuseköttel“) zu finden, während bei Verticillium-Infektionen nur sehr kleine Dauerkörper zu erkennen sind. Auch lassen sich diese Pflanzen oft sehr leicht aus dem Boden ziehen. Da gegen Verticillium die Fungizde nicht wirken, sind hier nur weitgestellte Fruchtfolgen möglich.

Bevorraten Sie sich rechtzeitig an Kerb-Produkten. Diese sollen wieder knapp sein. Kerb ist auf Gräserstandorten aufgrund des Resistenzmanagement in der Gräserbekämpfung nahezu Pflicht.

Zuckerrüben:

Kontrollieren Sie weiterhin ihre Rüben. Die Witterungsbedingungen fördern eine weitere Ausbreitung von Cercospora. Zwischen dem 01. und 15. August gilt die Schadschwelle von 15% befallenen Blättern bei den Blattkrankheiten. Diese Schadschwelle gilt auch für eine Folgebehandlung. Beachten Sie die Aufbrauchfrist von epoxiconazolhaltigen Mitteln wie Rubric, Juwel oder Duett Ultra. Die Zumischung des Kontaktfungizide Fungugran Progress mit einer Aufwandmenge von ca. 1,5 kg/ha wird in Starkbefallsgebieten empfohlen.

Gez. Nina Waldorf

 

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