Warndienst 10 vom 16.04.2021

Warndienst 10 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 16.04.2021

Wir informieren Sie über Winterraps, Sommergerste und Wachstumsregler Getreide

Winterraps:

Die Schädlingssituation stellt sich im Raps derzeit sehr entspannt dar. Mit den wärmeren Temperaturen nächste Woche wird der Raps recht zügig in die Blüte übergehen. Sobald die ersten Blüten offen sind, machen die Rapsglanzkäfer i.d.R. keinen Schaden mehr. Eine weitere Maßnahme gegen den Rapsglanzkäfer könnte nur bei einem starken Neuzuflug bei gleichzeitig verzögerter Blüte notwendig werden.



Sommergerste

Die Empfehlungen zur Herbizidbehandlung in Sommergerste finden Sie im letzten Warndienst. In einigen Beständen ist ein stärkerer Blattfraß durch den Erdfloh zu beobachten. Eine Maßnahme ist aber nicht erforderlich, die Schäden werden sich verwachsen. Kontrollieren Sie ihre Bestände auf den Auflauf von Ackerfuchsschwanz. Dieser steht jetzt oft im 2-Blattstadium im Bestand. Hier wären gute Bedingungen für den Einsatz von Axial gegeben. Achten Sie aber unbedingt auf die Luftfeuchte und behandeln sie möglichst solo. Die Unkräuter können z.B. mit Wuchsstoffen (siehe Empfehlung Warndienst 9) später behandelt werden.

Erdfloh in Sommergerste

Blattfraß durch Erdfloh





Wachstumsregler Getreide.

Durch die kalten Temperaturen hatten wir bislang keine guten Bedingungen für den Einsatz von Wachstumsreglern. Mit den ansteigenden Temperaturen nächste Woche ergeben sich dann aber wieder bessere Anwendungsbedingungen.

Mittlerweile sind einige neue Produkte mit unterschiedlichen Zulassungen und Formulierungen für die einzelnen Getreidearten am Markt. Insgesamt beruhen diese aber nur auf 4 unterschiedlichen Wirkstoffen.

Generell gilt beim Einsatz von Wachstumsregler das pauschale Aussagen nicht möglich sind und die Entscheidung über einen nötigen Einsatz immer anhand der Standort- und Witterungsbedingungen vor Ort entschieden werden muss. Der Einsatz darf nur bei wüchsigen Bedingungen und v.a. ausreichender Wasserversorgung erfolgen. Die Aufwandmengen sind an die Bodenverhältnisse anzupassen, bei warmer Witterung mit hoher UV-Strahlung und in Mischungen mit Fungiziden verstärkt sich die Wirkung. Kalkulieren Sie den Einsatz vorsichtig, größere Niederschlagsmengen werden nicht prognostiziert.

Vorzugsweise stehen jetzt Behandlungen in Wintergerste an, Weizen ist i.d.R. noch nicht so weit entwickelt, hier rate ich eher zu einem Abwarten auf bessere Bedingungen. In Wintergerst wird die sicherste Einkürzung in EC 31/32 erreicht. Bewährt haben sich die Moddus-Produkte oder Prodax. Bei Temperaturen möglichst über 12°C können Aufwandmenge zwischen 0,2-0,6 l zum Einsatz kommen.

Im Weizen sind oft Mischungen aus Cycocel-Produkte und Moddus/Prodax in der Wirkung sehr sicher. Im Dinkel sind nicht alle Produkte zugelassen, möglich sind Moddus, Prodax und Manipulator. Gerne stehe ich für Beratungen zur Verfügung.



Vielfach zeigt sich die Gerste optisch schlecht, teilweise sind Altinfektionen aus dem Winter sichtbar. In Frühsaaten sind teilweise Blattflecken zu erkennen, diese sind teilweise Altinfektionen aus dem Spätherbst zu erkennen. Der Neuzuwachs ist meist gesund. Beobachten Sie daher ihre Bestände. Die Wintergerste wird sich die nächsten Tage rasant entwickeln und bleiben die Niederschläge aus, sind keine Infektionsbedingungen gegeben.

Sollte dennoch ein früher Fungizideinsatz nötig sein, ist durch den Wegfall einiger Azolwirkstoffe die Wirkstoffpalette im Blattbereich stark eingeschränkt. Insbesondere der Wirkstoff Prothioconazol (u.a. in Input, XPro-Produkte) muss geschont und sollte daher nur einmal eingesetzt werden. Input Classic verfügt über eine breite Wirkung inkl. Mehltau. Etwas preiswerter, allerdings ohne Mehltau ist das Mittel Kayak eine Möglichkeit zur Grundabsicherung. Für weitere Mittelempfehlungen stehe ich gerne zur Verfügung.



Soja:

Neben der Maisaussaat steht auch die Soja-Saat in den Starlöchern. Die Unkrautbekämpfung muss im Vorauflauf erfolgen. Es bleibt bei den altbewährten Mischungen. Die Möglichkeit im Nachauflauf mit Clearfield Clentiga ist als Notmaßnahme bei nicht ausreichender Wirkung der Bodenherbizide zu sehen.

  • 1,5 bis 2,0 kg/ha Artist + 0,2 Liter/ha Centium 36 CS
  • 0,8 Liter/ha Spectrum + 0,2 Liter/ha Centium 36 CS + 0,3 -0,4 Liter/ha Sencor Liquid

Gez. Nina Waldorf

 

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