Warndienst 1 vom 22.01.2021

Datum: 22.01.2021

Warndienst 1 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 22.01.2021

Wir informieren Sie über Aktuelles zur Düngung und Termine

Termine:

Auch wir werden die Rat zur Saat erstmalig als Online Veranstaltung durchführen. Am Dienstag 2.Februar um 19:30 Uhr werden wir neben den Sortenempfehlungen und aktuellen Infos zur Düngeverordnung auch die Pflanzenschutzempfehlungen und neue rechtliche Bestimmungen im Pflanzenschutz vorstellen. Die Veranstaltung ist als 2-stündige Fortbildungsveranstaltung für die Pflanzenschutz-Sachkunde anerkannt.

Die Veranstaltung findet über Go2Meeting statt. Als Zugangsvoraussetzungen brauchen sie nur einen PC/Laptop/Tablet mit Internetzugang und Lautsprecher, alternativ kann der Ton auch über eine Telefoneinwahl empfangen werden.

Für die Fortbildungsbescheinigung Sachkunde ist eine Anmeldung per Mail mit Angabe der Adresse nötig. Sie bekommen dann an ihre E-Mail-Adresse den Zugangslink gesendet über den sie sich in die Veranstaltung einwählen können.

Düngung/Düngerverordnung:

Bitte beachten Sie folgende Punkte:

  • Die Sperrfrist zur Ausbringung von Wirtschaftsdüngern endet auf Ackerland am 31.Januar. Für Grünland wurde im Neckar-Odenwald-Kreis die Sperrfrist verschoben, so dass die Wirtschaftsdüngerausbringung hier erst ab 15. Februar 2021 wieder möglich ist.
  • Die Düngung darf nur auf aufnahmefähigen Böden erfolgen. Nicht aufnahmefähig sind schneebedeckte, wassergesättigte und gefrorene Böden. Die seitherige Ausnahme, dass eine Düngung möglich ist, wenn der Boden tagsüber durch Auftauen aufnahmefähig wird, gilt nicht mehr. Im Bundesland Bayern wurden Erleichterungen zur Düngung auf gefrorenem Boden erreicht, bisher ist dies leider in Baden-Württemberg noch nicht erfolgt. Falls sich hier noch Änderungen ergeben, informieren wir sie zeitnah.
  • Vor der Ausbringung wesentlicher Nährstoffmengen (> 50 kg N/ und > 30 kg P/ha und Jahr) muss für jede Kultur (auch Grünland) eine Düngebedarfsrechnung vorhanden sein. Neben eigenen Nmin-Werten kann auch auf langjährige Werte (siehe Tabelle) zurückgegriffen werden. Eine Anpassung der Berechnung mit den aktuellen Nmin-Werten von 2021 oder ihren eigenen Werten ist nur bei einer Abweichung von mehr als 10 kg N/ha erforderlich.
  • Der Nährstoffvergleich ist nicht mehr erforderlich. Stattdessen muss eine Aufzeichnung der Düngung erfolgen. Diese kann handschriftlich oder digital z.b. auch unter www.duengung-bw.de erfolgen.
  • Ausbringtechnik bei flüssigen organischen Düngern. Bereits seit letztem Jahr muss die Ausbringung auf bestelltem Ackerland die Ausbringung streifenförmig auf den Boden erfolgen. Auf Grünland gilt diese Verpflichtung ab 2025. Auf unbestellten Flächen gilt weiterhin die 4-Stunden Einarbeitungspflicht. Aus pflanzenbaulicher Sicht ist aber die bodennahe Ausbringung zu bevorzugen, um N-Verluste zu vermeiden.

Neue FAKT Maßnahme in 2021:

Sehr kurzfristig wird im FAKT die neue Maßnahme E8; Brachebegrünung mit mehrjähriger Blühmischung (ökologische Zellen) angeboten. Die Ausgleichsleistung beträgt 730 €/ha

Folgende Fördervoraussetzungen und Auflagen sind vorgesehen:

  • Aussaat von vorgegebenen mehrjährigen Blühmischungen mit regionalem Saatgut auf aus der Erzeugung genommenen Ackerflächen
  • Die Förderobergrenze liegt bei 10 ha je Betrieb
  • Eine Beantragung ist allerdings nur bis zu einer Fläche von maximal 50 Prozent der gesamten betrieblichen Ackerfläche im Jahr der erstmaligen Antragstellung möglich,
  • Aussaat im Herbst des Vorjahres od. im Frühjahr bis spätestens 15. Mai
  • Die Aussaatstärke zwischen 8 -10 kg/ha
  • Bei streifenförmiger Ansaat auf der überwiegenden Länge Mindestbreite von 5 Metern.Nach Aussaat ist während des gesamten Verpflichtungszeitraums grundsätzlich weder Befahren, Bearbeiten noch Nutzung zulässig
    • Gelingt die Etablierung eines geeigneten Bestandes im Jahr der Aussaat nicht, ist die uLB darüber zu informieren und die Fläche spätestens bis 15. Mai des Folgejahres neu zu bestellen.
    • Bei problematischer Vegetationsentwicklung oder auftretenden Kalamitäten im Laufe der Verpflichtungsdauersind nach Zustimmung der uLB auf den betroffenen Teilflächen Gegenmaßnahmen und ggf. eine Neueinsaat zulässig.
  • Kein Einsatz von Dünge-und Pflanzenschutzmitteln
  • Die Standzeit beträgt mindestens 5 Jahre. Im letzten Jahr der Verpflichtung ist eine ackerbauliche Nutzung auf der Förderfläche zur Vorbereitung einer Winterkultur wieder ab dem 1. September möglich. Bei einer nachfolgenden Sommerkultur ist eine ackerbauliche Nutzung nicht vor dem 1. Februar des Folgejahres möglich.
  • Die Maßnahme kann auch in Problem-und Sanierungsgebieten von Wasserschutzgebieten oder mit Nitrat belasteten Gebieten und im Anschluss an eine im Vorjahr als öVF-Zwischenfrucht ausgewiesenen Ackerfläche gefördert werden.
  • Eine gleichzeitige Anerkennung als öVF ist nicht möglich.
  • Ein Umstieg von E2.1/2.2 in E8 kann vorgenommen werden.
  • Sofern im Vorjahr auf derselben Fläche eine FAKT-Herbst-/Winterbegrünung (E1.1, E1.2 oder F1) beantragt oder ausgesät wurde, ist die Beantragung/Förderung von E8 nicht möglich
  • Für E 8 ist der FC 49 anzugeben

Leider sind noch nicht alle Fragen geklärt, z.B. ob eine Parallelförderung der Maßnahme mit der bisherigen Brachebegrünung (E2) ohne Einschränkung möglich ist.

Die Teilmaßnahme E8 war noch nicht im Vorantragsverfahren 2020 berücksichtigt und kann daher auch ohne Angabe im Vorantrag im GA für 2021 als Neuneinstieg/Umstieg beantragt werden.

Gez. Nina Waldorf

 

Informationen  zum Datenschutz und zum Einsatz von Cookies auf dieser  Seite finden Sie in unserer Datenschutzerklärung