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Warndienst 26 vom 15.10.2020

Datum: 15.10.2020

Warndienst 26 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 15.10.2020

Wir informieren Sie über Herbizide Wintergetreide, Raps und Sonstiges

Herbizide Getreide

Die Bedingungen für den Herbizideinsatz in Wintergetreide bleiben weiterhin sehr gut. Wintergerste ist überwiegend behandelt, nutzen Sie auch in Weizen, Dinkel und Triticale die guten Bedingungen, die sich für nächste Woche wieder abzeichnen. Die Wirkung der flufenacethaltigen Mitteln ist bei frühem Einsatz, möglichst im Spitzen des Fuchsschwanzes deutlich besser. Insbesondere auf Standorten mit hohem Ackerfuchsschwanzdruck ist die Zusatzwirkung von Boxer oder Chlortoluron zu empfehlen auch wenn hierdurch die Verträglichkeit sinkt. Beachten sie bei beiden Mittel unbedingt die Auflagen.

Verträglichkeitsrisiken können durch ein gut abgesetztes Saatbett und einer ausreichenden Saatgutabdeckung minimiert werden. Behandlungen vor den ersten Nachtfrösten und bei vorhergesagten ergiebigen Niederschlägen (mehr als 30 mm innerhalb kürzerer Zeit) sollten dagegen unterbleiben.

Insektizid Wintergerste:

Aufgrund der kühlen Temperaturen ist derzeit keine Notwendigkeit über einen Insektizideinsatz in Wintergerste gegen die Blattläuse nachzudenken. Sollte es wieder wärmer und sonniger werden, müssen die Bestände beobachtet werden.

Winterraps:

Leider ist die Warenverfügbarkeit von Kerb-Produkten sehr schlecht. Wer kein Kerb mehr bekommt, muss sich v.a. zur Fuchsschwanzbekämpfung über mögliche Alternativen Gedanken machen. Crawler ein Produkt, das auch einer anderen Wirkstoffgruppe angehört, ist aber deutlich schwächer in der Gräserleistung und auch kaum verfügbar. Die beiden DIM-Produkte Select und Focus Ultra sind oft die einzigen Mittel, die teilweise noch eine Wirkung gegen schwer bekämpfbaren Fuchsschwanz bringen. Select sollte jedoch aus Verträglichkeitsgründen nicht mehr bei kühlen Temperaturen gespritzt werden. Daher bleibt Focus Ultra als Alternative. Vorteil ist, dass Focus auch bei kühlen Temperaturen und leichten Nachtfrösten eingesetzt werden kann, die Wirkung tritt dann allerdings erst sehr langsam ein. Da Focus nur über die Blätter wirkt, müssen die Gräser aber sicher getroffen werden. Die Aufwandmenge sollte nicht zu knapp bemessen werden und je nach Größe der Gräser zwischen 1,7 und 2 l/ha liegen.

Verschiebung der Sperrfrist auf Dauergrünland im Neckar Odenwald Kreis

Für den gesamten Neckar-Odenwald-Kreis ist eine Allgemeinverfügung über die Verschiebung der Sperrfrist auf Grünland erlassen.

Für Dauergrünland ist für den Landkreis Neckar Odenwald der Verbotszeitraum für die Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Stickstoffgehalten, ausgenommen Festmist von Huf-und Klauentieren oder Komposte, auf den 15. November 2020 bis 14. Februar 2021 festgelegt. In diesem Zeitraum ist es untersagt vorgenannte Düngemittel auszubringen.

Die Verschiebung der Verbotszeiträume gilt nicht für Wasserschutzgebiete.

Unbeschadet dieser vorgesehenen Änderung sind alle weiteren Vorgaben der Düngeverordnung zu beachten. Insbesondere dürfen stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel nicht aufgebracht werden, wenn die Böden nicht aufnahmefähig sind. Die maximale Aufbringmenge im Herbst beträgt 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar. Auf die Bestimmungen der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO) wird ausdrücklich hingewiesen.

Die Stickstoffgaben sind mit ihrem anrechenbaren Stickstoffanteil (Werte nach Anlage 3 der DüV, mindestens jedoch der verfügbare Stickstoff bzw. Ammoniumstickstoff) bei dem ermittelten N-Düngebedarf im Folgejahr in Ansatz zu bringen. Hierfür sind die ausgebrachten Düngermengen zu dokumentieren.

Die Aufbringung oben genannter Düngemittel soll auf möglichst ebenen Flächen erfolgen.

Diese Allgemeinverfügung gilt am Tage nach der Bekanntmachung als bekanntgegeben. Sie kann beim Landratsamt Neckar Odenwald, Fachdienst Landwirtschaft, Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen und im Internet unter http://www.neckar-odenwald-kreis.de/Landratsamt/Bekanntmachungen.html eingesehen werden.

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach seiner Bekanntgabe Widerspruch erhoben werden. Der Widerspruch kann schriftlich oder zur Niederschrift beim Sitz des Landratsamtes Neckar-Odenwald, Neckarelzer Straße 7, 74821 Mosbach oder bei jeder anderen Dienststelle des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis eingelegt werden.

Nina Waldorf

Fachdienst Landwirtschaft

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