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Allgemeinverfügung zur Verschiebung der Sperrfrist auf Grünland

Datum: 14.10.2020

Für den Neckar-Odenwald-Kreis ist eine Allgemeinverfügung über die Verschiebung der Sperrfrist für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff erlassen.
Auf der Grundlage des § 6 Abs. 10 DüV wird angeordnet:
 
1.    Für Dauergrünland wird für den Landkreis Neckar-Odenwald der Verbotszeitraum für die Aufbringung von Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff (> 1,5% in der Trockenmasse), ausgenommen Festmiste von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte, auf den 15. November 2020 bis 14. Februar 2021 festgelegt. In diesem Zeitraum ist es untersagt, vorgenannte Düngemittel auszubringen.
 
2.    Die Verschiebung der Verbotszeiträume gilt nicht für Wasserschutzgebiete.
 
3.    Unbeschadet dieser Änderung sind alle weiteren Vorgaben der Düngeverordnung zu beachten. Insbesondere dürfen stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel nicht aufgebracht werden, wenn die Böden nicht aufnahmefähig sind. Die maximale Aufbringmenge im Herbst beträgt 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar.
 
4.    Auf die Bestimmungen der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung wird ausdrücklich hingewiesen.
 
5.    Die Stickstoffgaben sind mit ihrem anrechenbaren Stickstoffanteil (Werte nach Anlage 3 der DüV, mindestens jedoch der verfügbare Stickstoff bzw. Ammoniumstickstoff) bei dem ermittelten N-Düngebedarf im Folgejahr in Ansatz zu bringen. Hierfür sind die ausgebrachten Düngermengen zu dokumentieren.
 
6.    Die Aufbringung o.g. Düngemittel soll auf möglichst ebenen Flächen erfolgen.
 
7.    Diese Allgemeinverfügung gilt am Tage nach der Bekanntmachung als bekanntgegeben. Sie kann beim Landratsamt Neckar-Odenwald, Fachdienst Landwirtschaft, Präsident Wittemann Str. 9, 74722 Buchen, und im Internet unter http://www.neckar-odenwald-kreis.de/Landratsamt/Bekanntmachungen.html eingesehen werden.
 

Begründung
 
Nach § 6 Abs. 8 der Düngeverordnung dürfen die oben genannten Düngemittel in der Zeit vom 01. November bis 31. Januar auf Grünland, Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau grundsätzlich nicht ausgebracht werden. Das Landratsamt kann nach § 6 Abs. 10 DüV, jedoch unter Berücksichtigung regionaltypischer Gegebenheiten, Ausnahmen genehmigen. Dabei sind insbesondere die Witterung sowie die Ziele des Boden- und Gewässerschutzes heranzuziehen.
 
Durch die Verschiebung des Verbotszeitraumes auf Grünland, Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau ist unter den klimatischen Gegebenheiten und unter Berücksichtigung der Eigenschaften der Standorte im Neckar Odenwald Kreis eine pflanzenbaulich sinnvolle Ausbringung der genannten Dünger möglich, ohne dass schädliche Auswirkungen auf Gewässer und Böden zu erwarten sind.
 
Bedingt durch die Trockenheit im abgelaufenen Vegetationsjahr sind die Futtervorräte in den Rauhfutter fressenden Betrieben oft knapp, durch die Niederschläge im September sind weite Grünlandflächen wieder er grünt und befinden sich derzeit noch im Wachstum. Diese können aufgrund der Sperrzeitverschiebung dann bis Ende Oktober – Anfang November nochmals genutzt werden, bevor sie dann bis Mitte November noch mit Gülle befahren werden.
Im Neckar Odenwald Kreis überwiegt oft bis in die zweite Novemberhälfte eine zunehmend trockene Herbstwitterung. Dies gewährleistet eine gute Befahrbarkeit der Flächen und damit einen vorsorglichen Bodenschutz. Ausgangs des Winters sind dagegen oft eine Schneelage bzw. sehr nasse Bodenverhältnisse vorzufinden, die eine rechtzeitige Befahrbarkeit im Februar verhindern.
 
 
                                                     Rechtsbehelfsbelehrung
 

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach seiner Bekanntgabe Widerspruch erhoben werden. Der Widerspruch kann schriftlich oder zur Niederschrift beim Sitz des Landratsamtes Neckar-Odenwald, Neckarelzer Straße 7, 74821 Mosbach oder bei jeder anderen Dienststelle des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis eingelegt werden.
 
 
 
Buchen, den 14.10. 2020
 
 
 
B. Heim
 

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