Service-Navigation

Suchfunktion

Warndienst 25 vom 8.11.2019

Datum: 08.11.2019

Warndienst 25 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 08.11.2019

Wir informieren Sie über Herbizide in Wintergetreide und Kerb im Raps

Herbizide Wintergetreide:

Aufgrund der späten Aussaat und der mangelnden Befahrbarkeit der Böden stellt sich vielfach die Frage, ob noch eine Herbizidanwendung sinnvoll ist.

  • Unbehandelte Bestände:

In noch unbehandelter Wintergerste, in der Ackerfuchsschwanz das 1-2-Blattstadium überschritten hat, muss eine Axial-Mischung eingesetzt werden. Möglich wären z.B. Mischungen aus Axial + Herold oder Malibu. Boxer und Produkte mit dem Wirkstoff Diflufenikan (z.B. Herold, Alliance, Diflanil, Addition,u.a.) sind kritischer in der Frostverträglichkeit als Flufenacet oder Stomp-Produkte.

In Winterweizen können Bodenherbizide bis zum Spitzen des Fuchsschwanz die bekannten Bodenherbizide zum Einsatz kommen. Auf Standorten mit hohem Druck und/oder mit bekannten Wirkungsschwächen von Atlantis/Broadway im Frühjahr sollte möglichst noch eine Behandlung durchgeführt werden. Die Verträglichkeit ist in nicht ausreichend bedecktem Saatgut kritisch. Behandeln Sie dabei nicht unmittelbar vor Nachtfrösten. Beachten Sie auch, dass Bacara forte in diesem Herbst aufgebraucht werden muss.

  • Nachbehandlungen:

In früh gesäten Wintergetreide-Bestände, die eine Bodenherbizidvorlage erhalten haben, sollten jetzt nachkontrolliert werden. Die Wirkung war zwar aufgrund der Bodenfeuchte überwiegend gut, allerdings sind auch die Keim- und Auflaufbedingungen des Ackerfuchsschwanz optimal. Zur Nachbehandlung in Wintergerste steht Axial zur Verfügung, in Weizen und Roggen sind 1,2 l Traxos zu empfehlen. Diese rein blattaktiven Mittel haben sehr geringe Temperaturansprüche und vertragen auch leichte Nachtfröste. Die Wirkung ist bei dauerhaft kühlen Temperaturen um die 5°C sicherer, da dann der Wirkstoff vom Fuchsschwanz weniger gut entgiftet werden kann.


Einsatz von Kerb

Auf Standorten mit Gräserproblematik ist der Einsatz eines Kerb-Produktes im Raps dringend anzuraten, um einer Resistenzentwicklung gegenüber Blattherbiziden vorzubeugen. Einen optimalen Einsatztermin zu finden ist nicht einfach. Einerseits dürfen die Gräser nicht zu groß sein, andererseits wird der Wirkstoff bei warmen Temperaturen schnell abgebaut. Daher müssen die Bodentemperaturen dauerhaft unter 10°C fallen und tagsüber sollten etwa 14 Tage nach der Anwendung möglichst nicht mehr als 5°C erreicht werden. Optimal sind Niederschläge nach der Anwendung, um den Wirkstoff von den Blättern in den Boden abzuwaschen. Die Wasseraufwandmenge ist nach oben anzupassen. Neben dem klassischen Kerb Flo sind zahlreiche Generika wie z.B. Cohort oder Groove auf dem Markt. Milestone enthält mit Aminopyralid einen zusätzlichen Wirkstoff, der noch eine gute Wirkung auf Kamille und Kornblume mitbringt. Milestone darf nicht mehr zum Einsatz kommen, sofern eine Vorlage mit Runway erfolgt ist.

Die volle Aufwandmenge der Kerb-Produkte von 1,8 l/ha sollte nur bei leichten Böden ohne große Strohauflage unterschritten werden.

Beachten Sie aber v.a. auf Hangflächen die Gefahr, dass mit Getreide bestellte Nachbarflächen durch Oberflächenabtrag geschädigt werden.


gez. Nina Waldorf LRA Neckar-Odenwald-Kreis, Fachdienst Landwirtschaft

Fußleiste