Warndienst 22 vom 03.08.2022

Warndienst 22 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 03.08.2022

 

 

Windenbekämpfung auf der Stoppel:

Eine effektive Bekämpfung der Wurzelunkräuter wie Quecke, Distel und v.a. der Ackerwinde ist auf der Stoppel möglich. Die Behandlung macht aber erst bei ausreichender Trieblänge und bei Bedingungen, die auch eine Wirkstoffaufnahme erwarten lassen Sinn. Derzeit ist durch die ausgeprägte Wachsschicht, der niedrigen Luftfeuchte und des eingeschränkten Wachstums keine optimale Wirkung zu erwarten.

Möglich ist der Einsatz von Kyleo, einer Mischung aus Glyphosat und Wuchsstoff und damit einer sehr breiten Wirkung. Alternativ ist zur Bekämpfung der Winde auch Tomigan XL möglich. Wichtig für eine sichere Wirkung ist neben den Anwendungsbedingungen v.a. die lange Einwirkzeit. Eine Bodenbearbeitung sollte erst nach 2-3, besser 4 Wochen (je länger, desto besser) erfolgen. 

Vor ÖFV-Zwischenfrüchten ist keine Anwendung erlaubt, zudem darf Kyleo nicht auf drainierten Flächen eingesetzt werden.

 

Beachten Sie unbedingt die Einschränkungen bei der Anwendung von Glyphosat. Eine Anwendung ist nur möglich:

  • Zur Bekämpfung ausdauernder Unkräuter (z.B. Distel, Winde, Ampfer, Quecke,…)
  • Auf Ackerflächen mit Erosionsgefährdung CCWasser 1 und 2
  • Bei Mulch-und Direktsaat

In allen Wasserschutzgebieten (Problem-, Sanierungs- und Normalgebiete) ist der Einsatz verboten. 

 

Zwischenfrucht:

Aufgrund der Trockenheit stellen sich die Frage, ob eine Zwischenfruchtsaat derzeit sinnvoll ist. Ausfallgetreide und v.a. auch Ackerfuchsschwanz sind bisher kaum aufgelaufen und können dann gemeinsam mit der Zwischenfrucht keimen und diese unterdrücken. In Wasserschutzgebieten wird dann die Beseitigung im Frühjahr ohne Glyphosat zum Problem.

Daher empfehle ich erst dann eine Aussaat von Zwischenfrüchten, wenn Niederschläge sicher kommen. Dann gilt aber, eine schnelle sorgfältige Aussaat, um eine schnelle Etablierung der Zwischenfrucht sicherzustellen.

 

Nachbaurisiko Raps:

Bedenken Sie beim Nachbau Raps, dass der mikrobielle Abbau der Sulfonylharnstoffe durch die Trockenheit erschwert sein kann. Dies gilt insbesondere, wenn der Einsatz in der Vorfrucht spät und in hoher Menge erfolgt ist. Besonders kritische Wirkstoffe sind Metsulfuron (z.b. Alliance, Artus, Concert, Omnera, Pointer,…), Iodosulfuron (z.B. Atlantis-Produkte) und Propoxycaroxone (z.B. Attribut). 

Im Zweifelsfall können sie einen Kressetest anlegen. Hierzu säen sie Kresse in einen verdächtigen Boden und zum Vergleich in einen „unbelasteten“ Boden und halten den Boden feucht. Kresse reagiert sehr empfindlich auf Rückstände von Sulfonylharnstoffen.

 

Zuckerrüben:

Die Niederschläge sind leider nicht flächendeckend gefallen und sehr ungleich verteilt. Kontrollieren Sie weiterhin die Zuckerrüben in kurzen Abständen, die Schadschwelle liegt zwischen dem 01. und 15. August bei 15% befallenen Blättern bei den Blattkrankheiten. Diese Schadschwelle gilt auch für eine Folgebehandlung

 

Gez. Nina Waldorf

 

 

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