Warndienst 13 vom 22.04.2022

Warndienst 13 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 22.04.2022

Wir informieren Sie über Raps, Wintergetreide, Soja und Herbizide Sommergetreide

Wintergetreide

In der Wintergerste sind die geplanten Wachstumsreglereinsätze letzte Woche überwiegend gelaufen, auch Winterweizen wurde teilweise verkürzt oder steht jetzt an. Die Aufwandmenge sollte insbesondere auf schwächeren Standorte anhand der Niederschlagsmengen dosiert werden. Die Krankheitssituation ist weitgehend entspannt. 

 

Blütenbehandlung Raps:

Die Bereitschaft eine Blütenbehandlung im Raps durchzuführen, ist dieses Jahr aufgrund der hohen Rapspreise zu prüfen. Das Risiko ist in engen Rapsfruchtfolgen höher, günstige Infektionsbedingungen sind Temperaturen > 20°C und Feuchte (Schauer oder Tauphasen) zur Blüte. Die Dauerwirkung der Fungizide ist auf etwa 14 Tage begrenzt. Behandlungen sind möglichst in den späten Abendstunden anzustreben. Wichtig ist eine gute Durchdringung des Bestandes, daher sind hohe Wasseraufwandmengen zu wählen. Mittel mit sehr guter Wirkung sind Cantus Gold (0,5 kg/ha), Propulse (1 l/ha) oder Treso (0,5 l/ha), auch Mischungen mit reduzierter Aufwandmenge plus 0,4-0,5 l eines azoxystrobin-haltigen Mittel sind möglich.

 Der Rapsglanzkäfer spielt nun keine Rolle mehr. Jetzt rücken Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke in den Vordergrund. Beide müssen zusammen betrachtet werden, da die Kohlschotenmücke auf die Bohrlöcher des Rüsslers angewiesen ist, nur in jungen Schoten kann die Mücke Eier auch ohne Hilfe des Rüsslers ablegen. 

Die Schadschwelle des Kohlschotenrüsslers liegt bei 1 Käfer pro Pflanze bis zu 1 Käfer pro 2 Pflanze, falls die Kohlschotenmücke auftritt. Da die Wirkungsdauer der Insektizide aber auf wenige Tage begrenzt ist und die deutlich stärker schädigende Mücke oft erst sehr spät zu Blühende auftritt, sind Insektizideinsätze oftmals nicht zielführend. 

 

 

Herbizide Sommergetreide

Die Sommergerste befindet sich im 2-3 Blattstadium und ist gleichmässig aufgelaufen. Der Unkrautauflauf ist nur zögerlich, daher können Herbizidmaßnahmen noch geschoben werden. Um die vielfach im Wintergetreide eingesetzten Sulfonylharnstoffe zu schonen, können in der Sommergerste verstärkt Herbizide auf Wuchsstoffbasis eingesetzt werden. Aufgrund der hohen Konkurrenzkraft kann auch ein Striegeleinsatz ausreichend sein. Ein weiterer Vorteil wäre das Aufbrechen der Kruste und die bessere Durchlüftung. 

Sofern Ackerfuchsschwanz zu bekämpfen ist, muss Axial möglichst solo vorgelegt werden. Achten Sie hier insbesondere auf die Luftfeuchte.

Mögliche Mischungen in Sommergerste:

  • 0,8- 1,0 Ariane C + 0,5 l M-Mittel                 

Wuchsstoffhaltige Mischung ohne Sulfonylharnstoffe. Stärken bei Knöterich und Distel. Schwäche bei Ehrenpreis und Storchschnabel

  •  40-50 g Pointer Plus
  • 60-70 g Concert SX + 0,6 l Tomigan  entspricht 1,0 l Omnera LQM

 

 Sollte es weiter trocken bleiben, ist die Sommergerste dankbar für die Zumischung von Spurennährstoffen, insbesondere Mangan.

 

Soja:

Bei der Unkrautbekämpfung in der Sojabohne sind die bewährten Mittel im Vorauflauf weiter einsetzbar. Folgende Mischungen sind möglich:

  • 2,0 kg Artist + 0,2 l Centium
    0,3-0,4 Sencor liquid + 0,8-1,0 l Spectrum + 0,2 l Centium
     

Zur Nachbehandlung stehen Harmony SX und Clearfield Clentiga zur Verfügung. Beide Herbizide haben aber keine nachhaltige Wirkung und sind nur zur Nachbehandlung einzusetzen.

Am Dienstag 26.4.22 findet um 18:00 Uhr auf dem Zentralen Versuchsfeld in Boxberg-Schwabhausen unser Vegetationsfeldtag statt. Die Veranstaltung wird als Fortbildung zum Pflanzenschutzsachkundenachweis (zwei Stunden) anerkannt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich
 

Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung

 

 

 

 

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