Warndienst 12 vom 08.04.2022

Warndienst 12 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 08.04.2022

Wir informieren Sie über Raps, Wintergetreide und Zuckerrübe

Resistenz Unkräuter – Monitoring:

Das JKI führt wieder ein Monitoring zur Herbizidresistenz verschiedener Unkrautarten durch. Falls auf ihren Flächen, ein Verdacht auf eine Resistenz besteht, dann nehmen sie gerne Kontakt zu mir auf. Untersucht werden folgende Unkräuter: Kamille-Arten, Amarant-Arten, Hühnerhirse, Vogelmiere, Klatschmohn, Kornblume, Hunds-Kerbel, Weißer Gänsefuß, Acker-Stiefmütterchen, Trespe-Arten 

  

Winterraps:

Derzeit stellt sich die Frage, ob der Frost vom vergangenen Wochenende zu ertragsrelevanten Schäden geführt hat. Aufgrund des enormen Kompensationsvermögen erwarte ich aber keine größeren Auswirkungen. Allerdings sind starke Frostrisse im Stengel zu beobachten. Bei trockenen Folgebedingungen verkorken diese Risse relativ schnell, bei feucht-warmen Bedingungen können diese aber auch Eintrittspforten v.a. für Botrytis-Erreger sein. 

Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung sind 2 Szenarien denkbar.

Späte Bestände, Höhenlage

Raps im Knospenstadium. Blüte erst nach Ostern zu erwarten
Bei feuchter Witterung: fungizide Absicherung mit tebuconazol-/prothioconazolhaltigem Produkt + Insektizid bei Schadschwellenüberschreitung Glanzkäfer

Ca. 7-10 Tage später: Entscheidung über Blütenbehandlung

Warme Lagen / frühe Sorte

Erste Vorblüher im Bestand oder erst Blütenknospen werden voraussichtlich nächste Woche aufplatzen

Abwarten und evt. vorgezogene Blütenbehandlung um Ostern + Insektizid bei Schadschwellenüberschreitung

Kontrollieren Sie unbedingt ab nächster Woche die Bestände auf Rapsglanzkäfer-Befall. Gefährdet sind die Bestände im Knospenstadium. Sehr frühe Bestände werden zügig mit der Blüte beginnen. Sobald mehr als ca. 10% des Bestandes blühen, nimmt die Gefährdung durch den Glanzkäfer stark ab. 

Rapsglanzkäfer
Feldkontrolle ab Knospenbildung bis Anfang Blüte an 5 Stellen im Feld an mind. 5 Pflanzen Käfer am Haupttrieb abklopfen

Normaler Bestand: 10 Käfer/Haupttrieb

Schwacher Bestand: 5 Käfer/Haupttrieb

Behandeln Sie erst nach Überschreiten der Bekämpfungsrichtwerte, um die Nützlingspopulation zu schonen. Restmengen des Mittels Avaunt müssen diese Saison aufgebraucht werden, beachten sie aber die B1-Einstufung, d.h. es darf sich nichts Blühendes im Bestand befinden. Alternativ können die B4-Insektizide Mavrik Vita oder Evure eingesetzt werden. In Mischungen mit Azolen ändert sich allerdings die Einstufung zu B2. Die Mittel Mospilan/Danjiri sind nur bis EC 59, erste Blütenblätter sichtbar, Blüten noch geschlossen zugelassen. Auch ist die Ausbringung mit Netzmittel verboten. Bringen sie auch bei Behandlungen mit bienenungefährlichen Mitteln ihre Spritzungen möglichst abends nach dem täglichen Bienenflug aus.

 

 Wintergetreide:

Im Wintergetreide muss mit zunehmender Erwärmung über die Notwendigkeit einer Wachstumsregler-Maßnahme entschieden werden. Neu ist nur die Umstellung von Camposan Extra auf Camposan Top, welches dann zusätzlich in Dinkel und Durum zugelassen ist. 

Beachten Sie neben ihren Standorteigenschaften und der Standfestigkeit der Sorte v.a. auch die Witterungsbedingungen bei und nach der Anwendung. Die Ansprüche der einzelnen Wirkstoffe sind dabei unterschiedlich.

Die Wintergerste befindet sich überwiegend in EC 29/30, einige frühe Bestände sind auch schon weiter. Einkürzungen stehen um Ostern an, sofern die Temperaturen stabil über mind. 12°C liegen, sonnige Witterung verstärkt die Wirkung. Bewährt haben sich die trinexapac-haltigen Mittel wie Moddus oder Countdown und Prodax. Aufwandmengen sind je nach Bestand, Witterung und Boden zwischen 0,3-0,6 l/ha zu wählen. 

Weizen ist je nach Lage und Saattermin sehr unterschiedlich in der Entwicklung, Bestände sind zwischen Bestockung und Beginn Schossen zu finden.

Im Dinkel haben nicht alle Produkte eine Zulassung. Mischungen aus dem Cycocel-Produkt Manipulator + Moddus/Prodax sind möglich. 

Krankheiten sind von untergeordneter Bedeutung.

Gerne stehe ich für Beratung zu Verfügung, da insbesondere beim Wachstumsregler-Einsatz pauschale Aussagen nicht möglich sind.

 

Zuckerrüben: 

Kontrollieren sie v.a. im Randbereich auf Schnecken. Gefährdet sind vor allem Ränder an Grünland, Gewässerrandstreifen u.ä.

In der kommenden Woche muss/sollte die erste NAK durchgeführt werden. 

 

Informationen zur Zulassung:

Wie auch letztes Jahr wurde für die Mittel Folpan 500 SC und Amistar Max für den Einsatz in Gerste eine Notfallzulassung erteilt. Nach dem Wegfall des Wirkstoffs Chlorthalonil kann die Lücke in der Ramularia-Bekämpfung nur durch die Kombination von Azolen mit dem Folpan/Amistar Max geschlossen werden. Bevorraten sie sich für die Gerste evt. mit dem notwendigen Bedarf.

 

 Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung

 

 

Gez. Nina Waldorf

 

 

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